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Politik Venezuela

Der Anti-Chávez, der Venezuela retten soll

Lorenzo Mendoza, einer der erfolgreichsten Unternehmer des Landes, soll nach Wunsch seiner Anhänger bei der Präsidentenwahl im April als Oppositionskandidat antreten. Doch der 52-Jährige hat viel zu verlieren.
Von Tobias Käufer, Bogota, für die „Welt“.

Die Stimmung ist euphorisch im Stadion von Valencia, der drittgrößten Stadt Venezuelas. Die Begeisterung der Zuschauer gilt jedoch nicht der lokalen Baseball-Mannschaft, sondern einem Ehrengast. „Präsident! Präsident!“, rufen die Fans in Sprechchören und meinen Lorenzo Mendoza, Chef des Lebensmittelkonzerns Polar und Sponsor der Baseball-Liga. Sie wünschen sich den 52-Jährigen als Kandidaten bei der Wahl des neuen Staatschefs am 22. April, als Herausforderer von Amtsinhaber Nicolás Maduro, als Gegenpol zum herrschenden Sozialismus à la Hugo Chávez.

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Haiti Korruption NGO Politik

Die weißen Herren von Haiti

Orgien mit Spendengeldern: Oxfam-Mitarbeiter nutzten problematisches Machtgefälle aus.

Von Tobias Käufer für die Wiener Zeitung.

Rio de Janeiro. Es sind Vorwürfe, die Oxfam ins Mark treffen. Vor allem weil die Hilfsorganisation einer der schärfsten Kritiker der Ungleichheit zwischen Reich und Arm auf dieser Welt ist. „Die Schere gehe immer weiter auseinander“, hieß es noch in einer Oxfam-Analyse Mitte Jänner. Die Analyse verliert durch die Geschehnisse in Haiti zwar nicht an Richtigkeit, aber für Oxfam ist es bitter, dass sich ausgerechnet eigene Mitarbeiter im bettelarmen Karibikstaat selbst aus der Position des Wohlhabenden präsentierten und gegen ethische Kodexe verstießen.

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Guerilla Kolumbien Politik

ELN-Guerilla in Kolumbien – Wochenende der Angst

In Kolumbien drohen die Friedensgespräche mit der marxistischen ELN-Guerilla zu scheitern. Stattdessen sorgt eine Drohung der Rebellen unter der Zivilbevölkerung für Unruhe.

Von Tobias Käufer, Bogota, für heute.de

Vor ein paar Tagen explodierten in Kolumbien wieder einmal die Bomben. Bei gezielten Terroranschlägen auf Polizeistationen durch die zweitgrößte Rebellengruppe des südamerikanischen Landes, die marxistische ELN-Guerilla, starben mindestens sieben Polizisten. Mehr als 40 Menschen, darunter auch zahlreiche Zivilisten, wurden zum Teil schwer verletzt. Die Anschläge lösten im ganzen Land Entsetzen und Wut aus.
ELN will Einfluss im Drogenhandel

Denn eigentlich verhandelt die ELN-Führung derzeit mit der Regierung von Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos in Ecuador über einen Friedensvertrag. Sie folgt damit dem Muster der erfolgreichen Gespräche des Staates mit der FARC, der größten Guerillagruppe, die inzwischen einen Friedensvertrag unterschrieb und sich als Partei politisch engagiert. Doch die Gespräche in Quito sind ins Stocken geraten, seit rund um den Jahreswechsel der bilaterale Waffenstillstand endete und es zu neuen Gewaltausbrüchen kam.

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Brasilien Politik

Spaßbremse am Zuckerhut: Rios Bürgermeister legt sich mit Samba-Schulen an

Der erzkonservative Bürgermeister Rio de Janeiros, Marcelo Crivella, hat sich mit den Karnevalisten überworfen. Doch zu Beginn des bunten Treibens am Freitag rudert das Stadtoberhaupt zurück.

Von Tobias Käufer, Rio de Janeiro, für die „Badische Zeitung“.

Mit finsterer Miene durchschritt Marcelo Crivella die Achse des Bösen. Aus reinem Interesse an der Infrastruktur sei er gekommen, hieß es vorher aus dem Umfeld des erzkonservativen Bürgermeisters von Rio de Janeiro. Nun marschiert er das berühmte Sambodrom ab, in dem 70 000 Zuschauer Platz finden und das sich wie eine kerzengerade Verkehrsachse durch das Zentrum der Stadt zieht. Dumm nur, dass Crivella, ein ehemaliger evangelikaler Bischof, vom jecken Treiben unter dem Zuckerhut so überhaupt nichts hält: „Ich war noch nie beim Karneval. Ich bin evangelikal, und er hat nichts mit meiner Welt zu tun“, sagte der Bürgermeister bereits vor einem Jahr. Das wäre in etwa so, als ob sich Münchens Oberbürgermeister dem Oktoberfest oder Kölns Verwaltungschef dem Rosenmontagszug verweigerten.

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Lateinamerika USA Wirtschaft

Mehr Steaks aus Südamerika, mehr Autos aus Mexiko

Donald Trumps Devise „America first“ hat in ganz Lateinamerika Furcht und Schrecken ausgelöst. Doch nun, rund ein Jahr später, ist das Zittern vorüber. Von Exporteinbruch keine Spur – im Gegenteil.

Von Tobias Käufer, Bogota, für die „Welt“.

ie in Mexiko ansässige Autoindustrie zitterte, Südamerikas Fleischbarone schauten ängstlich nach Washington: Als Donald Trump vor gut einem Jahr in Washington die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Barack Obama übernahm, kündigte der neue US-Präsident einen protektionistischen Kurs an.

Es gelte, zwei einfache Regeln zu befolgen, sagte Trump damals, amerikanisch einzukaufen und amerikanisch einzustellen: „Wir haben andere Länder reich gemacht, während unser Reichtum verschwindet.“ Vor allem gegen US-Firmen, die in Lateinamerika investierten, wetterte Trump und versprach: Von nun an gelte „America first“ – Amerika zuerst.

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Brasilien Politik Regenwald

Das brasilianische Gewissen

Die Politik in Brasilien ist von Korruption geprägt. Marina Silva will das als Präsidentin ändern – wenn sie gewählt wird. Chancen hat sie: Die Brasilianer erinnern sich noch gut daran, was sie 2008 anders machte als der typische Politiker.

Von Tobias Käufer, Rio de Janeiro, für die „Welt“.

Mit ihrem Rücktritt löste Marina Silva vor zehn Jahren in Brasilien ein politisches Erdbeben aus, das die innenpolitische Landschaft des größten Landes Lateinamerikas bis heute prägt. Im Mai 2008 gab die resolute Frau aus dem Amazonas ihr Amt als Umweltministerin ab. Und zwar freiwillig – was in Brasilien nicht den politischen Gepflogenheiten entspricht. Silva wollte die Politik des damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva von der linken Arbeiterpartei PT nicht mittragen.

Konkret ging es um Lulas umstrittenen „Plan für einen nachhaltigen Amazonas“ – der aber faktisch die Erlaubnis zum Abholzen großer Teile des ökologisch für den gesamten Planeten so wertvollen Regenwaldes bedeutete. Umweltaktivistin Silva konnte sich mit ihrer Vorstellung einer nachhaltigen Umweltpolitik im Kabinett nicht durchsetzen, zog die politischen Konsequenzen und verließ die Regierung.

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Menschenrechte Peru Wirtschaft

Perus Ureinwohner warten auf Hilfe

Viele Menschen vom Volk der Nahua leiden unter Vergiftungen mit Quecksilber. Forscher vermuten den illegalen Goldabbau als Ursache.

Von Tobias Käufer, Bogota, für die „Badische Zeitung“.

Perus Amazonas-Ureinwohner leiden unter einer seltsamen Krankheit. Die Regierung hielt einen Bericht dazu unter Verschluss, der nun an die Öffentlichkeit geraten ist. Demnach haben sich die Indianer mit Quecksilber vergiftet. Woher die Vergiftungen rühren, ist noch unbekannt. Biologen gehen davon aus, dass der illegale Goldabbau im Tropenwald die Ursache sein könnte – auch wenn die Minen Hunderte Kilometer weit entfernt sind.

Das geheime Papier trägt einen eher unauffälligen Namen: „Analyse der gesundheitlichen Situation des Volkes der Nahua von Santa Rosa de Serjali“. Verfasst haben es Experten des peruanischen Gesundheitsministeriums, Gegenstand der Untersuchung war die gesundheitliche Verfassung der Nahua-Indigenen in ihrem Lebensraum im Südosten des südamerikanischen Landes. Es geht um seltsame Vergiftungsfälle, die niemand erklären kann.

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Brasilien

Ex-VfB-Spieler: Ein Tag mit Kevin Kuranyi in Rio

In der Bundesliga hat Kevin Kuranyi unter anderem für den VfB Stuttgart und Schalke 04 gespielt, nun kämpft er in Rio für eine bessere Trinkwasserversorgung in einer Favela. Ein Besuch mit dem ehemaligen Nationalspieler vor Ort.

Von Tobias Käufer, Rio de Janeiro, für die Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten.

Rio de Janeiro – Neben den schmalen Treppen liegt der Müll in den Abwasserkanälen – Getränkedosen, Hühnerknochen, dazwischen ein paar Plastikschalen. Die graue Brühe stinkt, die Katzen springen gerade noch zur Seite. Ein paar Aufpasser der ­Drogengangs haben auf ihren Stühlen Position bezogen und winken die prominenten Besucher durch. Kevin Kuranyi (35) ist ­„angemeldet“. Ohne eine solche Vorab­organisation und die dazu notwendige „Genehmigung“ der lokalen Bosse wäre ein Besuch in der Favela Pereira da Silva lebensgefährlich. Die Brasilianer selbst mögen das Wort „Favela“ nicht so gerne, stattdessen sprechen sie von „Comunidade“ (Gemeinschaft). Die Pereira da Silva, die Kuranyi an diesem heißen Januar-Tag besucht, liegt im Süden Rios, unweit der weltbekannten Nobelviertel Copacabana und ­Leblon. Armut und Reichtum liegen hier ganz nah beieinander.

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Brasilien Korruption Politik

Brasilianer sind von Lula und der Politik enttäuscht

Es gab ein paar Proteste der engsten Anhänger, doch der große Volksaufstand in Brasilien blieb nach der Verurteilung von Lula da Silva aus. Das liegt auch daran, dass im Ausland das Image von Brasiliens Ex-Präsidenten deutlich besser ist, als im eigenen Land.

Von Tobias Käufer, Rio de Janeiro, für die Stuttgarter Nachrichten/Stuttgarter Zeitung.

Rio – Nein, ein Nelson Mandela ist Luiz Inacio Lula da Silva (72) nun wirklich nicht. Und der Vergleich mit dem jahrzehntelang inhaftierten und gefolterten ehemaligen Aktivisten und Politikers Südafrikas, der wenige Stunden nach der Niederlage im Berufungsprozess in Porto Alegre von Lula und seinen Anhängern gezogen wurde, zeigt wie sehr sich Lula inzwischen selbst überschätzt und die Realität verkennt. „Ich bin für ein Luxusapartment verurteilt worden, das ich gar nicht besitze“, zitierten brasilianische Medien Lula am Abend. Die Richter sahen das allerdings ganz anders und verurteilten Lula auch in zweiter Instanz mit 3:0-Richterstimmen, nun sogar zu zwölf Jahren Haft.

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Chile Kirche Papst Franziskus Politik

Franziskus macht sich angreifbar

Die Reise nach Chile und Peru war für das Kirchenoberhaupt der erste Rückschlag in seinem fast fünfjährigen Pontifikat. Und sie birgt ein Risiko mit Langzeitwirkung, meint Tobias Käufer.

Kommentar für die Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten.

Rio de Janeiro – Die achttägige Reise von Papst Franziskus nach Chile und Peru ist eine Zäsur in seinem fast fünfjährigen Pontifikat. Denn erstmals bekam Franziskus auf seinem Heimatkontinent Gegenwind zu spüren. Die Chile-Reise litt nicht nur unter dem geringen Zuspruch in viel zu groß dimensionierten Arealen. Der Papst hat den Missbrauchsskandal um Bischof Juan Barros, dem Opfer vorwerfen, er habe einen straffällig gewordenen katholischen Geistlichen gedeckt, als „Verleumdung“ bezeichnet. Der bislang chilenische Fall bekommt so eine weltweite Tragweite und Franziskus hat sich angreifbar gemacht. Ausgerechnet im Heimatland des Papstes, in Argentinien, dreht sich zudem der Wind. Mit bis zur einer Millionen Pilger aus dem Nachbarland hatte man gerechnet. Es kamen nicht einmal ansatzweise so viele.

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